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Gesammelte Weisheiten

Corona-Erfahrungen und Weisheiten von uns WIM-ler*innen
aufgeschrieben zwischen dem 1. und 18. Mai 2020

Weisheiten_Tränendes-Herz

"Man lernt wieder sich auch über kleine Dinge zu freuen." So wie über dieses tränende Herz, dass nachdem es erfroren war, wieder so schön ausgetrieben ist.“ Esther und Hubert K.

„Mit der Reduzierung unserer Möglichkeiten am öffentlichen/ gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, entschleunigte sich mein Leben. Ich habe in diesem Jahr den Frühling bewusst wahrgenommen und genieße ihn sehr. Ich konnte zusehen, wie sich die Blätter entwickelten. Dadurch begann ich über das Leben nachzudenken. Was macht mein Leben aus? Was ist mir wichtig? Auf meinen täglichen Wanderungen konnte ich hierauf Antwort finden. Mich erfreuen an den kleinen Dingen des Lebens. Das Kleine und Zarte wertschätzen.“ Christina A.

„Die Gewissheit, nur ein Bruchteil dessen zu verstehen, was Leben ist,
hält mich nicht davon ab, noch mehr Rätsel in mein Leben zu lassen.
Jeder Einzelne füllt die Klassen meiner Lebensschule auf seine ganz eigene Weise.
Wie reich mein Leben wird!
Ich freue mich, auch wenn ich mich manchmal fürchte.“
Birgit S.

„Ich habe die Ruhe als sehr positiv gewertet. Kaum Flugzeuge, wenig Bahngeräusche und auch weniger Straßenverkehr. Eigentlich stand die Welt eine Zeitlang still. Aber ich freue mich auch, wenn wieder Kultur stattfindet. Vor allem freue ich mich, wenn wir uns alle wieder gesund und munter live sehen.
Hier in Kaarst werden von Kindern Kieselsteine bemalt und verteilt. Heute lag bei uns ein Stein. Jetzt wird er weitergegeben. Eine wunderschöne Geste:

Weisheiten_Steinreihe

‚Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden,
kann man etwas Schönes bauen.‘“
Jutta S.

Nur Geduld, irgendwann wird aus Gras Milch.“ Sabine B.

„Ich bin dankbar, diese Krise in Deutschland zu durchleben. Sie ist bedrohlich und beängstigend, aber ich fühle mich mit den legislativen Entscheidungen sehr gut aufgehoben. Corona wird uns ein Stück weit klar machen, in welchen paradiesischen Lebensbedingungen wir leben durften und auf was es im Leben wirklich ankommt: Solidarität, soziale Kontakte und Gesundheit.“ Klaus S.

„Ich mache mir zurzeit viele Gedanken über den Begriff Freiheit. Freiheit wovon? Freiheit wozu? Ist die Freiheit, zu konsumieren, zu reisen, Spaß zu haben höher zu bewerten als die Freiheit zu leben und gesund zu bleiben, oder anders gesagt, frei zu sein von Angst, Krankheit und Sterben? Und haben wir nicht auch - trotz Corona - die Freiheit zu sagen und zu schreiben, was wir denken - zu lesen, zu sehen und zu hören, ja zu denken, was wir wollen?“ Christina L.

„Diese Zeit hat mir mehr denn je gezeigt, wie wichtig Gemeinschaft für mich ist und wie wahr das afrikanische Sprichwort  ‚Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind großzuziehen!‘ ist. Mir fehlen die vielen sonst so selbstverständlichen Helfer, Omas und Opa, meine Freundinnen und ihre Kinder, mir fehlt die Zeit für mich selbst beim Tanz, um meine Batterien wieder aufzuladen. Und gleichzeitig bin ich so unglaublich dankbar - meine Existenz ist nicht bedroht, ich habe stets genug zu essen, ein kuscheliges Bett, meine kleine Familie, wir dürfen raus und lernen neue Möglichkeiten kennen. Gemeinschaft leben (wenn wahrscheinlich auch mit Corona-„Abstrichen“ J) und dankbar sein für das, was gut ist, das nehme ich mit!“ Linda D.

„Ich empfinde diese außergewöhnliche Zeit auch als Chance für mich – und irgendwie auch für die Welt, mich/uns zu fragen: „Was ist wirklich wertvoll und wesentlich für mich und mein Leben!?“ Was bedeutet bei all dem Sehnen nach Normalität eigentlich „NORMalität“? Ich wünsche mir sehr, dass wir nicht in den Wahn von Effektivität und Beschleunigung, in die alten Dynamiken des Finanz- und Wirtschaftssystems, der Zerstörung von Ökosystemen und der bereits beginnenden Klimakatastrophe zurückkehren! In den Mittelpunkt zu stellen, was uns selbst, anderen und der Umwelt gut tut; was gesund ist und was nicht; was wir uns wünschen für die kommenden Generationen, das erhoffe ich mir. Mit unserem gemeinschaftlichen Wohnprojekt gehen wir ja bereits Schritte in diese Richtung und ich bin sehr glücklich, dabei sein und daran mitwirken zu können!“  Barbara Z.

Und du?
Welche Erfahrungen und "Weisheiten" nimmst du aus dieser Zeit mit?