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Wie wir uns organisieren

Eine Baugruppe mit fast 100 Mitgliedern muß sich organiseren. Wir arbeiten nach dem Modell der Soziokratie

(wer mehr wissen möchte: https://www.soziokratie.org/elemente/soziokratie-ressourcen/ )

Unsere soziokratischen Grundlagen für die Zusammenarbeit von Kreisen

Erwartungen an die Soziokratie

Mit ihren Prinzipien hilft die Soziokratie, unsere Zusammenarbeit effektiv zu gestalten.

Sie verhindert die Extreme "Alle bestimmen alles mit" und "Wenige bestimmen alles alleine", die eine Gruppe lähmen würden.

Sie verbindet die weitgehende Beteiligung aller mit Aufgabenteilung, Transparenz und effizienten Entscheidungsprozessen.

Voraussetzungen für die Zusammenarbeit

Die Domänen ("Hoheitsgebiete") der Kreise benennen unterscheidbare Aufgaben und grenzen die Entscheidungsbereiche klar ab.

Die Besetzung eines Kreises repräsentiert bezogen auf seine Aufgabe die Mitglieder der Organisation in ausreichender Weise.

Der innerhalb einer Domäne gefasste Konsentbeschluss ist zugleich Konsent für die ganze Organisation.

Die Interessen von Minderheiten sind dadurch geschützt, dass bei einem schwerwiegenden Einwand kein Konsent gefasst wird.

Das gut formulierte und von allen getragene Ziel ermöglicht es, schwerwiegende Einwände klar zu erkennen.

Praktische Fälle der Zusammenarbeit zwischen Kreisen

  1. Kreis A fasst einen Beschluss im Konsent und stellt das Ergebnis im Kreis B vor.

  2. Kreis A bereitet einen Konsent für den Beschluss im Kreis B vor.

  3. Kreis A holt ein Votum beim Kreis B ein, um seine Konsentfindung zu unterstützen.

  4. Kreis A soll einen Konsent finden, kann aber einen schwerwiegenden Einwand nicht einarbeiten und übergibt daher die Konsentfindung an den Kreis B.

Beschluss im Kreis A

Der Kreis ist sich bewusst, einen Konsent zu finden, der für alle in der Organisation tragfähig sein soll.

Ein Konsent ist erst dann gefunden, wenn alle Mitglieder des Kreises bereit sind, ihn in der Organisation und für sie zu vertreten.

Der Kreis ist in der Lage, seinen Konsent für die Organisation transparent zu machen, also den anderen Gründe und Konsequenzen zu erklären.

Der gefundene Konsent gilt, solange keine neuen (also bei der Konsentfindung nicht bedachten) Argumente zu einem schwerwiegenden Einwand führen oder bis der Kreis beim Überprüfen des Konsents beschließt, dass er ihn durch einen neuen Konsent ersetzt.

Ob ein Konsent überprüft oder ersetzt wird, entscheidet der dafür zuständige Kreis.

Beschluss des Kreises A im Kreis B vorstellen

Der gefundene Konsent ist ein Geschenk des Kreises A an die ganze Gruppe, weil es eine gute Lösung ist. "Gut genug für jetzt, und sicher genug, um es auszuprobieren." Dem gebührt zuallererst Wertschätzung.

Die Vorstellung dient dem Zweck, den Konsent verständlich zu machen - mit seinen Vorzügen und Schwachpunkten, mit Gründen und Konsequenzen.

Nachfragen und auch Hinweise auf kritische Punkte sind erwünscht. Sie helfen allen, den Konsent zu verstehen und seine Wirkung im weiteren Verlauf auswerten zu können.

Es geht bei der Vorstellung nicht darum, den Konsent zu verbessern! Es wurde eine Lösung gefunden, die gut genug ist und erprobt wird. Zu einem späteren Zeitpunkt - der am besten schon ins Auge gefasst ist - überprüft Kreis A den Konsent und stellt bei Bedarf einen neuen her.

Einen schwerwiegenden Einwand bearbeiten

Es kann vorkommen, dass ein Kreis bei der Konsentfindung ein wichtiges Argument übersieht.

Wenn jemand aus der Organisation darin einen schwerwiegenden Einwand gegen den Konsent sieht, ist der Einwand unbedingt zu berücksichtigen.

Ob es sich um einen schwerwiegenden Einwand handelt und wie er einzuarbeiten ist, beurteilt zuerst der Kreis, der den Konsent erarbeitet hat.

Die Feststellung oder Bearbeitung eines schwerwiegenden Einwands in einem übergeordneten Kreis oder gar im Plenum ist das letzte Mittel, wenn es im Kreis selbst nicht gelingt.

Beschluss für den Kreis B vorbereiten

Dass Kreis A die Konsentfindung des Kreises B vorbereitet, kann sinnvoll sein, um Kreis B zu entlasten.

Entweder ist klar, dass der Beschluss in die Domäne von Kreis B gehört, oder Kreis A gibt die Konsentfindung ausdrücklich in den übergeordneten Kreis B zurück.

Mit der Vorbereitung von Kreis A behält der Kreis B die volle Souveränität, den Konsent zu gestalten. Ein Konsent aus Kreis A ist hilfreich, aber nicht bindend.

Etwas anderes ist es, wenn Kreis A im Verlauf seiner Konsentfindung, ein Votum aus dem Kreis B einholt. Es handelt sich dann nach wie vor um einen Beschluss des Kreises A.

Übersicht Domänen

Baugruppe

Vision (abstraktes Ziel)

1 Entwicklung eines gemeinschaftlichen, generationsübergreifenden, ökologischen Cohousing-Wohnprojektes, das positive Impulse nach innen und außen, jetzt und in Zukunft, schafft.

2 Mitten in Europa wollen wir voneinander lernen und soziale Verantwortung nicht nur für uns selber tragen.

3 Offen sein für Neues, Vielfalt zulassen und fördern.

Mission (Gemeinsames Ziel)

1 Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls

2 Soziokratischen Konsent herstellen

3 Achtsamkeit und Wertschätzung untereinander

Domäne (Verantwortlichkeiten, Entscheidungskompetenzen)

1 Wahlen => Soziokratische Wahlen für AK’s und AG‘s

2 Meinungsbildung.... => zu den Ergebnissen der AK’s und AG‘s

3 Fragen und Ideen => Möglichkeit, Fragestellungen und Ideen einzubringen, zu bearbeiten und zu delegieren.

4 Information.... => über die aktuelle Situation

5 Gemeinschaft => Integration neuer Interessent:innen

Platz in der Organisation - Nächsthöherer Kreis: Gesellschafter*innenversammlung

AK Lenkung

Vision (abstraktes Ziel)

1 Ein Cohousingprojekt, das sich viele Menschen leisten können und das eine Alternative darstellt zu klassischem individuellen Wohnen

2 Der Bau wird im Frühjahr 2020 fertiggestellt

3 Wir werden ab 2020 im neuen Gebäude gerne gemeinsam wohnen

Mission (Gemeinsames Ziel)

1 Informationsaustausch der AKs organisieren / Transparenz herstellen

2 Aufträge mit Terminen für AKs festlegen

3 Übersicht zum Stand der Arbeiten aller AKs

4 Erkennen und beheben von Doppelarbeiten

5 Sozialprozess im Auge behalten

6 Sind alle Arbeiten vergeben?

7 Vorbereitung und Durchführung von Baugruppentreffen und Gesellschafterversammlungen

Domäne (Verantwortlichkeiten, Entscheidungskompetenzen)

1 Entscheidungen zwischen GVs => Alle Entscheidungen, die nicht der Gesellschafterversammlung vorbehalten sind, bzw. nicht von der Gesellschafterversammlung an andere AKs delegiert wurden.

2 Organisation => Einrichtung von AKs und Bestimmen der Kreisleitung

3 Organisation => Einrichtung von Projektgruppen

4 Organisation => Unterstützung der Geschäftsführung

5 Delegation an AK => Delegation von Aufgaben auf AKs

Platz in der Organisation / Nächst höherer Kreis: Gesellschafter Versammlung

AK Architektur

Vision (abstraktes Ziel)

1 Bau eines Gebäudes zur Realisierung eines Cohousingprojektes nach ökologischen Kriterien unter Beachtung der zur Verfügung gestellten Ressourcen.

2 Attraktive und abwechslungsreiche Gemeinschaftsbereiche für jede Altersgruppe schaffen

3 Einzugsbereit so schnell wie möglich

4 Nutzbarmachung von Naturgüter/ Sonnenenergie, Regenwasser

Mission (Gemeinsames Ziel)

1 Mitwirkung beim Bau von WA 3 (Mitdenken, Mitplanen, Mitgestalten)

2 Überblick über das Projekt (im Vorfeld, in der Bauphase und danach)

3 Baufertigstellung nach bestehendem Zeitplan im Frühjahr 2020.

Domäne(Verantwortlichkeiten, Entscheidungskompetenzen)

1 Auftragsvergabe => Entscheidungen im Rahmen der Kostenlisten "Kostenverfolgung für das KG Bauvorhaben WA 3" solange das Budget eingehalten wird

2 Beschlussvorlagen => Vorbereitung von Beschlussvorlagen

3 Struktur => Einrichten von Projekt und Untergruppen

4 Delegieren => Arbeitsaufträge erstellen

Nächst höherer Kreis: Lenkungskreis

AK Finanzen und Recht

Vision (abstraktes Ziel)

1 Ein Cohousingprojekt, das sich viele Menschen leisten können und das eine Alternativen darstellt zu klassischemindividuellen Wohnen.

2 Finanzielle Einsparungen durch gemeinsames Nutzung von Ressourcen.

Mission (Gemeinsames Ziel)

1 Sicherstellung und Gewährleistung ausreichender finanzieller Ressourcen zur Umsetzung der Vision

2 Geplanten Kostenrahmen einhalten

3 Kosten für alle transparent darstellen

4 Verantwortlicher Umgang mit dem vorhandenen Geld (Kostenkontrolle)

5 Erstellung einer korrekten, nachvollziehbaren Buchführung

6 Zusammenarbeit mit externen Beratern, Banken und Versicherungen (z. B. Steuerberater, Finanzberater und Juristen)

7 Prüfung von Verträgen

8 Abschluss des Aufnahmeverfahrens (Notar)

Domäne (Verantwortlichkeiten, Entscheidungskompetenzen)

1 Beratung => Hinzuziehung von außenstehenden Beratern*innen

2 Kredite => Liquiditätsmanagement (Verwaltung der Kreditverträge und Verwendung des Eigenkapitals)

Platz in der Organisation / Nächst höherer Kreis: AK Leitung